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Stroke Unit (Schlaganfall-Station)

Unsere Stroke Unit zählt zu den leistungsstärksten Schlaganfallstationen Bayerns. Mehr als 1000 Patienten werden jedes Jahr durch die geschulten Hände unseres Therapeutenteams bestmöglichst betreut.

 

Team bei Rezertifizierung der Stroke Unit

Jeder Patient, der Symptome eines Schlaganfalls aufweist, wird nach Voralarmierung durch den Rettungsdienst von einem Team aus ärztlichen und pflegerischen Spezialisten in unserer Stroke Unit aufgenommen. Innerhalb kürzester Zeit werden alle für die Schlaganfallerkennung notwendigen Untersuchungen (v.a. Computertomographie / Kernspintomographie des Gehirns, Ultraschalluntersuchung der Hals- und Hirngefäße) durchgeführt. Die Ursache für einen Schlaganfall ist meist eine Durchblutungsstörung des Gehirns aufgrund eines verstopften Blutgefäßes. Mit modernen, Gerinnsel lösenden Medikamenten, kann es gelingen, rasch wieder einen ausreichenden Blutfluss zum Gehirn herzustellen. Selbst bei Einnahme von starken Blutverdünnern können häufig, auch tief im Kopf befindliche, Arterien mittels innovativer Katheterbehandlungen durch unsere Kollegen der Neuroradiologie von Gerinnseln befreit werden. Die Chance, einen Schlaganfall weitgehend unbeschadet zu überstehen, ist umso größer, je früher diese Behandlung einsetzt. Es ist daher von größter Bedeutung, rund um die Uhr optimale Behandlungsabläufe vom Notfallort bis zur Notfallbehandlung in der Stroke Unit sicherzustellen.  Dies ist uns in Schweinfurt durch eine jahrelange kontinuierliche Öffentlichkeitsarbeit einerseits und regelmäßige Schulungen der Rettungsdienste sowie der Mitarbeiter in unserem Krankenhaus andererseits bereits hervorragend gelungen. Wie die Daten der externen Qualitätssicherung (BAQ) belegen, befindet sich die Schweinfurter Stroke Unit bayernweit in der Spitzengruppe, sowohl, was die Anzahl der behandelten Patienten, als auch was die Qualität (z.B. möglichst schnelle Diagnosestellung und Therapieeinleitung) anlangt. Die Stroke Unit ist als überregionale Spezialstation nach den Kriterien der Deutschen Schlaganfallgesellschaft zuletzt 2017 erneut zertifiziert worden.

 

Neben der raschen Sicherung der Diagnose „Schlaganfall“ und einer sich hieran anschließenden spezifischen Behandlung ist in den ersten Tagen die sorgfältige Überwachung verschiedener Organfunktionen zur Verhinderung eines Rückfalls von besonderer Bedeutung. Deswegen erfolgt für diesen Zeitraum eine sogenannte Monitorüberwachung, mit der z.B. Schwankungen der Herzfrequenz oder des Blutdrucks unmittelbar erkannt und dann entsprechend behandelt werden können.

 

Zur Verhinderung neuerlicher Schlaganfallsereignissen kann das gesamte Spektrum der modernen Schlaganfallsprophylaxe angeboten werden. Neben der medikamentösen Behandlung wird bei höhergradigen symptomatischen Engen der Halsschlagader in einem interdisziplinären Neurovasculären Board mit Teilnehmern aus erfahrenen Neurologen, Neuroradiologen und Gefäßchirurgen über die individuell günstigste Form der Schlaganfallsvorsorge (Angioplastie mit Stenteinlage, operative Beseitigung der Enge oder intensivierte medikamentöse Behandlung) beraten.

 

Im Einzelfall kann in Zusammenarbeit mit der Medizinischen Klinik I (Kardiologie) das Risiko für einen Schlaganfall durch eine Embolie aus dem Herzen durch den kathetergestützten Verschluss eines Vorhofseptumdefektes oder des Vorhofohres des Herzens minimiert werden.

 

Daneben beginnt bereits mit der Aufnahme auf die Stroke Unit eine Frühmobilisation, die immer ganz individuell an die Bedürfnisse des Patienten angepasst wird. Hierzu steht ein speziell für die Akutbehandlung von Schlaganfallpatienten geschultes Team aus Pflegekräften, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten und Logopäden zur Verfügung. In Abhängigkeit vom Fortschritt der Genesung wird eine nahtlose Weiterbetreuung (z.B. Veranlassung einer stationären oder ambulanten Reha – Maßnahme) in Absprache mit Patient und Angehörigen organisiert.

 

Schlaganfall ist ein Notfall – jede Minute zählt!

 

Ein Schlaganfall kann sich mit folgenden Warnsymptomen ankündigen:

 

   •     plötzliche Lähmung oder Gefühlsstörung (Arm/Bein/Gesicht)

   •     plötzlicher Verlust der Sprechfähigkeit

   •     plötzliche Schwierigkeit, Gesprochenes zu verstehen

   •     plötzliche Sehstörung

   •     plötzlicher Schwindel und Gangunsicherheit

 

 

Die Symptome sind in aller Regel schmerzlos! 

 

Bei Verdacht: 112 alarmieren!

Telemedizinische Schlaganfallsversorgung für Nordwest-Bayern -TRANSIT-Stroke

Um auch außerhalb von Ballungsräumen im ländlichen nordwestbayerischen Raum eine exzellente Schlaganfallsversorgung sicherzustellen wurde 2014 das TRANSIT-Stroke Netzwerk  unter finanzieller Förderung des Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege ins Leben gerufen.

Die Schlaganfallsexperten des Leopoldina Krankenhaus wurden, zusammen mit der Neurologischen Klinik der Univ. Würzburg und der Neurologischen Klinik Bad Neustadt, als Zentrumsklinik ausgewählt, mit Ihrem Wissen kleinere Kliniken telemedizinisch zu unterstützen und schwierige Fälle rasch und unkompliziert, z.B. bei Notwendigkeit einer neuroradiologischen oder neurochirurgischen Intervention, innerhalb dieses Netzwerkes einer entsprechenden Behandlung zuzuführen.

Das Netzwerk bietet seinen Service an 365 Tagen/24h an.

 

SANO –Strukturierte Ambulante Nachsorge nach Schlaganfall

Mehr als 1000 Patienten werden jedes Jahr durch die geschulten Hände der überregionalen Stroke Unit des Hauses behandelt. 

Auf dem Weg zur noch besseren Betreuung von Schlaganfallpatienten wird die Nachsorge nach der Akut- und Rehabehandlung ausgebaut werden, denn nach Schlaganfällen ist das Risiko für eine bedeutsame Behinderung bzw. einen erneuten Schlaganfall stark erhöht. Durch gezielte Nachsorge soll das Risiko von Komplikationen und/ oder einem erneuten Schlaganfall minimiert werden.

Die Neurologische Klinik des Leopoldina-Krankenhauses engagiert sich  im Projekt SANO, einem vom Innovations-Fond des Gemeinsamen Bundesausschuss geförderten Nachsorgeprogramm nach Schlaganfall.

 

 

 

Seitens der Klinik werden der Schlaganfall-Koordinator Oberarzt Dr. rer. nat. Vladimir Pavlovic und eine Schlaganfallpflegekraft Frau Lena Markart intensiven Kontakt zu den Haus- bzw. gegebenenfalls Fachärzten und weiteren Fachkräften der betreuten Schlaganfallpatienten halten und für die Koordination der strukturierten Nachbetreuung verantwortlich sein. Durch die enge sektoren- und berufsübergreifende Zusammenarbeit sollen Probleme schneller erkannt und geeignete Behandlungen von Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes, Cholesterin aber auch Depressionen schneller eingeleitet werden.

Dazu wird vor allem der Hausarzt frühzeitig, d.h. noch vor der Entlassung des Patienten aus der Klinik, in die Behandlung eingebunden. Mit dem Patienten wird ein sogenannter Gesunderhaltungspass geführt, in dem auch mit ihm abgestimmte Zielvereinbarungen und Fortschritte dokumentiert werden. Klinik und Hausarzt tauschen sich regelmäßig über den Patienten aus und informieren sich gegenseitig über Medikation, Laborwerte und Untersuchungsergebnisse. Die Klinik führt innerhalb des ersten Jahres nach einem Schlaganfall fünf Verlaufsuntersuchungen durch, die zusätzlich zur Betreuung durch den Hausarzt stattfinden.

Durch das SANO-Netzwerk profitieren Patienten von einer schnellen und zielgerichteten Therapie sowie einer umfassenden Unterstützung bei der Bewältigung des Schlaganfalles.

Das Team des SANO-Projektes am Leopoldina-Krankenhauses:
v.l.n.r. Chefarzt der Neurologischen Klinik Dr. Johannes Mühler, Stroke Nurse Lena Markart und Schlaganfall-Koordinator Oberarzt Dr. rer. nat. Vladimir Pavlovic