Bitte Seite wählen!
Zur englischen Version wechseln: International DepartmentZur russischen Version wechseln: International DepartmentZur arabischen Version wechseln: International Department
  •  International Department:
 

Behandlungsspektrum der Klinik für Psychosomatik

Die Psychosomatische Medizin geht davon aus, dass körperliche, seelische und soziale Faktoren die Entstehung und Aufrechterhaltung von Krankheiten beeinflussen können (bio-psycho-soziales Krankheitsmodell).

So können etwa seelische Konflikte, die verdrängt werden, zu psychischen Beschwerden (z.B. Depression, Angst) führen, sich aber auch in vielfältigen körperlichen Beschwerden äußern, für die dann meist keine organische Ursache gefunden wird. Psychosoziale Faktoren können aber auch die Entstehung, den Verlauf  und die Verarbeitung körperlicher Krankheiten beeinflussen. Dementsprechend spielen diese Faktoren auch für die Gesundung eine wesentliche Rolle.

Die Zusammenhänge und Hintergründe psychosomatischer Beschwerden zu erkennen, ist für Betroffene und Behandler oft nicht leicht. In der psychosomatischen Behandlung geht es deswegen für Patient und Behandler darum, gemeinsam die individuelle Bedeutung krankheitsfördernder Faktoren zu erkennen, um dann geeignete Behandlungsschritte zu entwickeln.

Das Behandlungsangebot ist besonders geeignet für:


Somatoforme Störungen/ chronische Schmerzen (angelehnt an die S3-Behandlungsleitlinie/ AWMF)

Vorübergehende körperliche Beschwerden wie Kopf- oder Rückenschmerzen, Müdigkeit oder Verdauungsbeschwerden gehören zu unserem Alltag. Oft sind sie nicht besonders störend und verschwinden von alleine wieder, bevor sie einer eindeutigen Ursache zugeordnet werden können. Halten die Beschwerden jedoch an, beeinträchtigen Ihren Alltag oder machen sie Ihnen Angst, dann gehen Sie wahrscheinlich zum Arzt. read more

Sogar dann, wenn eine körperliche Erkrankung, eine Operation, ein Unfall o.ä. vorausgegangen ist, lassen die verschiedenen Untersuchungen, die der Arzt dann veranlasst, jedoch oft keine körperlichen Ursachen (mehr) erkennen, die Ihre Beschwerden ausreichend erklären würden. Solche Beschwerden nennt die Medizin „somatoform“. Bei rund einem Drittel aller Patienten, die sich mit anhaltenden Körperbeschwerden bei einem Arzt vorstellen, ist das der Fall. Bei manchen Beschwerden (z.B. Erschöpfung) werden besonders selten eindeutige körperliche Ursachen gefunden. In den meisten Fällen verlaufen solche Beschwerden glücklicherweise recht unkompliziert. Oft können schon einfache Maßnahmen dazu führen, dass sie bald nachlassen oder zumindest eine Teilnahme am normalen Alltag möglich ist: zum Beispiel ein offenes Gespräch, eine Aufklärung über mögliche Hintergründe, eine gemeinsame Besprechung von Befunden und eine Ermutigung zu mehr Achtsamkeit im Umgang mit sich selbst, vor allem aber zu körperlicher und sozialer Aktivität. In etwa einem Viertel der Fälle sind die Beschwerden aber durch ihre Vielzahl, Dauer, Beeinträchtigung des Alltags, psychische Symptome und Begleiterkrankungen, oder einfach durch das Gefühl, sich nicht verstanden zu fühlen, besonders belastend. Es besteht die Gefahr, dass sich Beschwerden durch übermäßige Gesundheitsängste, Schon- und Vermeidungsverhalten sowie durch unangebrachte Verhaltensweisen von Ärzten bzw. Therapeuten weiter verstärken und verfestigen. Dann ist eine gezieltere ärztliche, oft auch psychotherapeutische Betreuung sinnvoll, um zusammen Auswege aus dem Teufelskreis „Beschwerden -> Sorgen und Ängste -> Schonung -> noch mehr Beschwerden“ zu entwickeln. Der ideale erste Ansprechpartner ist ein Arzt Ihres Vertrauens, in der Regel Ihr Hausarzt. Je nach Ausprägung der Beschwerden sind allgemeine, gesundheitsfördernde Maßnahmen, oder in manchen Fällen auch eine Psychotherapie bzw. ein stationärer psychosomatischer Aufenthalt sinnvoll. Vor allen Dingen aber haben Sie selbst den wichtigsten Anteil an Ihrer Behandlung und können durch Ihre Mitarbeit und eine gesunde, vor allem aktive Lebensführung wieder Kontrolle über Ihre Beschwerden und Ihren Alltag erlangen! Eine Untergruppe somatoformer Störungen stellen chronische Schmerzstörungen dar. Im Unterschied zu akuten Schmerzen, welche eine Warnfunktion dahingehend besitzen, dass mit dem Körper etwas nicht in Ordnung ist, findet man bei chronischen Schmerzen häufig keine körperliche Ursache, die den Schmerz ausreichend erklären würde. Der chronische Schmerz hat sich sozusagen von der o.g. Warnfunktion abgekoppelt und besitzt einen selbstständigen Krankheitswert. Nach einer weitverbreiteten Definition spricht man von chronischem Schmerz, wenn er länger als sechs Monate andauert. Mit zunehmender Dauer wirken sich Schmerzen beeinträchtigend auf die Psyche, aber auch auf Familie, Freundeskreis und die berufliche Situation aus. Chronischer Schmerz kann sich also zu einem eigenständigen biopsychosozialen Krankheitsbild, der Schmerzkrankheit, entwickeln. Die Diagnose von Schmerzerkrankungen ist eine anspruchsvolle Herausforderung für jeden Arzt. Aufgrund der beschriebenen Vielschichtigkeit einer Schmerzstörung sollte auch ein umfassender Therapieansatz erfolgen, der alle Aspekte der Erkrankung mit umfasst. Die Behandlung erfolgt daher optimaler Weise in einem multimodalen Konzept, das neben medizinischen Maßnahmen auch psychotherapeutische Verfahren sowie bewegungstherapeutische Elemente einschließt. Je nach Ausprägung der Symptomatik und den damit einhergehenden Einschränkungen und Belastungen kann ein stationäres psychosomatisches Behandlungssetting notwendig bzw. sinnvoll sein.

Psychische Schwierigkeiten im Umgang mit körperlichen Erkrankungen

Schwere und/ oder chronische körperliche Erkrankungen (Herzinfarkt, Schlaganfall, Multiple Sklerose, Diabetes, Krebserkrankungen usw.) gehen häufig mit psychischen Belastungen einher. Wird diese Belastung so groß, dass die eigenen Kräfte und die Unterstützung durch Angehörige und Freunde zur Bewältigung der Erkrankung nicht ausreichen, kann es sinnvoll sein, sich professionelle Hilfe – je nach Ausprägung ambulant oder stationär - zu holen. read more

Mit psychotherapeutischer Unterstützung können Strategien erarbeitet werden, so dass die Patienten mit ihren Problemen besser umgehen lernen, zudem soll der Zugriff der Betroffenen auf ihre weiter vorhandenen Fähigkeiten gefördert werden. Bestenfalls kann die individuelle Krankheitsbewältigung so weit unterstützt werden, dass die erkrankte Person trotz der Einschränkungen, die mit der Erkrankung einhergehen, weitestgehend an sozialen und beruflichen Tätigkeiten teilhaben kann. Voraussetzung hierfür ist die Aktivierung der persönlichen Kräfte und die Erarbeitung von Strategien zum erfolgreichen Umgang mit den Einschränkungen, so dass es den Betroffenen letztlich möglich werden soll, die Erkrankung als Teil des eigenen Lebens anzunehmen, um so wiederum eine verbesserte Lebensqualität zu erlangen.

Depressionen (angelehnt an die S3-Behandlungsleitlinie/ AWMF)

Depressionen sind weltweit sehr häufige Erkrankungen. Kürzer andauernde Phasen der Trauer oder Niedergeschlagenheit kennt jeder. Sie gehören zum menschlichen Dasein. Wann daraus die Krankheit „Depression“ wird, ist nicht immer leicht zu erkennen. Viele Menschen, bei denen später eine Depression festgestellt wird, gehen zunächst wegen körperlicher Beschwerden zum Arzt (z.B. Schlaf- oder Appetitstörungen, Kopfschmerzen, Kreislaufbeschwerden).  read more

Als Depression bezeichnet man einen länger andauernden Zustand deutlich gedrückter Stimmung, Interessenlosigkeit und Antriebsschwäche. Oft fällt es depressiven Menschen schwer, die alltäglichen Aufgaben zu bewältigen und sie leiden unter starken Selbstzweifeln. Im Laufe ihres Lebens erkranken heute schon 16 bis 20 von hundert Menschen daran, Frauen häufiger als Männer. Depressionen können in jedem Lebensalter auftreten. Depressive Erkrankungen werden häufig gar nicht festgestellt, weil die Betroffenen nicht zum Arzt gehen oder der Arzt die Erkrankung nicht erkennt. Betroffene fürchten sich vor dem Makel „psychische Erkrankung“ oder schämen sich, mit ihrer schlechten Stimmung nicht allein fertig zu werden. Dabei ist eine psychische Erkrankung ebenso wie eine körperliche keine Frage von Schuld: Niemand würde sich schämen, wegen Rückenschmerzen einen Arzt aufzusuchen.

Man kann eine Depression in vielen Fällen erfolgreich behandeln. Mit Medikamenten und/ oder mit psychotherapeutischen Angeboten kann die Krankheit gelindert oder zum Verschwinden gebracht werden.

Wenn ein Mensch an einer Depression erkrankt, kann das viele Gründe haben. Meist gibt es nicht nur eine einzige Ursache, sondern mehrere Dinge kommen zusammen.

Ursächliche Faktoren können  körperlicher  (biologische Veranlagung, körperliche Erkrankungen, unerwünschte Medikamentenwirkungen), aber auch  psychosozialer Art sein. Hier können biografische  Faktoren,  aktuelle Belastungen oder die Art der Lebensführung eine Rolle spielen.

Erschwerend kommt häufig hinzu, dass die Betroffenen sich verantwortlich für ihren Gemütszustand fühlen und sich dafür schämen, sich nicht besser im Griff zu haben. Die Gefühle von Scham und Schuld können die Depression noch verstärken. Depressive Menschen können so in einen Teufelskreis geraten.

Welche Behandlung geeignet ist, hängt vom Schweregrad der Erkrankung und dem bisherigen Krankheitsverlauf sowie von persönlichen Wünschen ab. Je nach Ausprägung der Symptomatik kann eine stationäre psychosomatische Behandlung zielführend sein.

 

Die Behandlung verfolgt mehrere Ziele:

 

• Die Symptome der Depression sollen so weit zurückgehen, dass Patienten Ihr seelisches Gleichgewicht wiederfinden und im sozialen wie beruflichen Alltag wieder einsatzbereit sind.

• Die Wahrscheinlichkeit, dass Patienten einen Rückfall oder später eine Wiedererkrankung erleiden, soll so gering wie möglich gehalten werden.

Angst- und Panikstörungen (angelehnt an die S3-Behandlungsleitlinie/ AWMF)

Angst gehört zu den normalen Bestandteilen menschlichen Lebens. Jeder Mensch kennt dieses Gefühl, es erfüllt bestimmte Schutzfunktionen, es kann sogar lebensrettend sein. Bei manchen Menschen entsteht aber etwas, was man als Angststörung bezeichnet. Bei Menschen mit Angststörungen treten Ängste häufiger und mit höherer Intensität auf, als Menschen ohne Angststörung dies erleben. Angststörungen sind sehr häufig. read more

Dabei kann die Angststörung natürlich unterschiedlich stark ausgeprägt sein, und entsprechend unterschiedlich groß ist die Beeinträchtigung der Betroffenen. Sind Ängste sehr stark ausgeprägt, so werden Menschen versuchen, diese möglichst nicht erleben zu müssen. Sie vermeiden die Angst. Das bedeutet zum Beispiel, dass man sich nicht mehr traut, in die Stadt zu gehen (z.B. bei der Panikstörung/ Agoraphobie) oder mit anderen Menschen in Kontakt zu treten (bei sozialen Ängsten). Dieses zwar nachvollziehbare, aber hinderliche Verhalten steht dann einem befriedigenden Leben im Wege.

Häufig ist es so, dass Angststörungen zusammen mit weiteren psychischen und/ oder körperlichen Beeinträchtigungen auftreten. Obwohl Angststörungen erfolgreich behandelt werden können, wird nur ein relativ geringer Anteil der Betroffenen entsprechend behandelt. Einige Menschen suchen — eventuell gerade wegen der bestehenden Ängste — keine Behandlung auf, bei anderen wird die Störung nur schwer, spät oder gar nicht erkannt.

Bei den Angststörungen geht es nicht um Ängste vor echten Bedrohungen — wie etwa vor Krieg, Unfällen oder Arbeitsplatzverlust —, sondern um Ängste vor Dingen oder Situationen, vor denen andere Menschen normalerweise keine Angst haben, oder um Ängste in übersteigertem Ausmaß. Zum Beispiel kann man Angst vor Spinnen, Mäusen, Fahrstühlen oder anderem haben – alles Dinge, die objektiv nicht gefährlich sind.

 

Manche Menschen haben

  • plötzliche, unerwartete Panikanfälle („Panikstörung“),
  • Angst zum Beispiel vor engen oder überfüllten Räumen oder vor weiten Plätzen („Agoraphobie“),
  • langanhaltende Angst, dauernde Nervosität und Sorge, ohne recht zu wissen, wovor überhaupt („generalisierte Angststörung“),
  • Angst vor negativer Beurteilung durch andere Menschen („soziale Phobie“) oder
  • Angst vor einzelnen Dingen, wie zum Beispiel vor Spritzen, Hunden o.ä. („spezifische Phobie“).

Die Gründe, warum es bei einigen Menschen zur Entstehung von Angststörungen kommt, sind vielschichtig. Die persönliche Lebenserfahrung (von der Kindheit bis zur Gegenwart) und die aktuelle Lebenssituation mit ihren individuellen Belastungen können zu der Entstehung einer Angststörung beitragen. So werden vergangene oder aktuell belastende Lebensereignisse, Erziehungsmerkmale und soziale Belastungen (z.B. Arbeitslosigkeit) als Ursache ebenso diskutiert, wie biologische und erbliche Faktoren.

 

Auch das Vorliegen weiterer psychischer oder körperlicher Erkrankungen kann das Auftreten einer Angststörung begünstigen.

Angststörungen sind in der Regel gut zu behandeln. Dazu stehen (ambulante oder stationäre) Psychotherapie und die Behandlung mit Medikamenten zur Verfügung. Zusätzliche Maßnahmen (wie z.B. Sport oder Entspannungsverfahren) können hilfreich sein.

 

Welche Behandlung für Sie geeignet ist, hängt von der Art der Angststörung, vom Schweregrad der Erkrankung und dem bisherigen Krankheitsverlauf sowie von persönlichen Wünschen und Erfahrungen mit eventuell vorangegangenen Therapien ab.

 

Die Behandlung verfolgt mehrere Ziele:

  • Die Symptome der Angststörung sollen so weit zurückgehen, dass Patienten Ihr seelisches Gleichgewicht wiederfinden und im sozialen wie beruflichen All-tag wieder einsatzbereit sind.
  • Die Wahrscheinlichkeit, dass Patienten einen Rückfall oder später eine Wiedererkrankung erleiden, soll so gering wie möglich gehalten werden.

Körperliche Erkrankungen, die psychisch mitbeeinflusst werden

Bei verschiedenen körperlichen Erkrankungsbildern ist es möglich, dass diese durch psychische oder Verhaltensfaktoren nachteilig beeinflusst werden. read more

Diese Faktoren können den Verlauf oder die Behandlung der körperlichen Krankheit beeinflussen, oder sie können dazu führen, dass die Symptome einer körperlichen Erkrankung ausgelöst werden oder sich verschlimmern.

Beispiele hierfür sind: Diabetes, Krebs, koronare Herzkrankheiten, Migräne, Reizdarmsyndrom, Schmerz, Müdigkeit Schwindel, etc..