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Bestmögliche Betreuung für Menschen mit Diabetes

Oberärztin Dr. Nicole Nellen-Hellmuth, Chefarzt Dr. Johannes Herrmann und Oberärztin Daniela Rettner freuen sich über die Re-Zertifizierung durch die DDG

Team des Diabeteszentrums der Klinik für Kinder und Jugendliche am Leopoldina-Krankenhaus (das Bild entstand vor der Coronapandemie)

Klinik für Kinder und Jugendliche des Leopoldina-Krankenhauses erneut von der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) zertifiziert.

Diabetes mellitus Typ 1 ist die häufigste Stoffwechselerkrankung im Kindesalter. Aktuell sind in Deutschland 32 000 Kinder und Jugendliche erkrankt. Auch der Diabetes mellitus Typ 2 tritt bei Jugendlichen zunehmender auf. In den letzten 10 Jahren kam es zu einer Verfünffachung der Neuerkrankungen in dieser Altersgruppe.

All diese Patienten brauchen eine fachübergreifende Behandlung in spezialisierten Zentren, Kliniken oder Praxen. Um eine qualitativ hochwertige Versorgung zu gewährleisten, zertifiziert die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) die Einrichtungen, die hohe definierte Anforderungen erfüllen. Die Klinik für Kinder und Jugendliche des Leopoldina-Krankenhauses hat von der DDG das Zertifikat „Zertifiziertes Diabeteszentrum DDG“ erhalten.

Diabetes mellitus ist eine komplexe Krankheit mit unterschiedlichen Ausprägungen. Man unterscheidet Diabetes Typ 1 und Diabetes Typ 2. Im Kindes- und Jugendalter tritt der Diabetes mellitus Typ 1 vorrangig auf. Aktuell erkrankt jedes 600. Kind an einem Diabetes mellitus Typ 1 und die Neuerkrankungsrate steigt jedes Jahr um weitere 3,2% an. Die Ursache für die Erkrankung ist eine Fehlsteuerung des Immunsystems, welche zu einer Zerstörung der insulinbildenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse führen.

Die Erkrankung beginnt plötzlich mit Symptomen wie enormen Durst, häufigem Harndrang, Schlappheit und Müdigkeit. Im Verlauf kommt es dann oft zu einem Gewichtsverlust. Begleitend können auch Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen auftreten. Sollte es zu einer Entgleisung des Stoffwechsels kommen, kann eine auffällige Atmung (beschleunigte und vertiefte Atmung) auftreten und die Ausatemluft des Patienten kann nach Aceton riechen (ähnlich Nagellackentferner). Die Therapie des Diabetes mellitus Typ 1 sieht vor, sich ein Leben lang Insulin zu spritzen. Aktuell stehen hierfür Insulinpumpen und Insulinpens zur Verfügung. Im Rahmen des stationären Aufenthaltes bei Diagnosestellung bekommen die Eltern und Patienten im Rahmen einer Schulung über ca. 12 Tage das nötige Wissen vermittelt. Außerdem erlernen sie die praktischen Tätigkeiten, wie zum Beispiel Insulin spritzen. Für die Betreuung der Patienten und Eltern steht im Leopoldina das Diabetes Team zur Verfügung. Es setzt sich aus drei DiabetologInnen, vier Diabetesberaterinnen, zwei PhysiotherapeutInnen, dem psychosomatischem Team, einer Sozialpädagogin und sechs „Diabetes“-Kinderkrankenschwestern zusammen. Durch die ganzheitliche und intensive Begleitung kann eine gute Stoffwechseleinstellung erreicht werden und Folgeerkrankungen vermieden werden.

Chefarzt Dr. Herrmann erläutert: „Die Zertifizierung der DDG zeigt uns und unseren Patienten, dass unsere Behandlung in allen Bereichen – Therapie, Beratung und Schulung – den heutigen wissenschaftlichen Erkenntnissen entsprechen. Das bringt unseren Patienten Sicherheit und ist für uns und unser Team zugleich eine Anerkennung für die täglich zu leistende Arbeit.“

In den Leitlinien von Fachgesellschaften wie der DDG sind wissenschaftlich fundiert die aktuellen Empfehlungen für die Behandlung von Diabetes in Klinik und Praxis festgehalten. Aus diesen hat die DDG auch die Richtlinien für die Zertifizierung der spezialisierten Behandlungseinrichtungen für Menschen mit Diabetes Typ 1 und Diabetes Typ 2 abgeleitet. Erhält eine Einrichtung eines der Zertifikate der DDG, können Patienten sicher sein, dass sie in dieser Klinik und Praxis optimal, sprich: leitliniengerecht, behandelt werden. Die Zertifizierung ist damit ein „Qualitätssiegel“ und dient der Orientierung auf der Suche nach geeigneten Behandlern.

Oberärztin Dr. Nellen-Hellmuth ist optimistisch und betont: „Diabetes kann man zwar nicht im klassischen Sinn heilen. Aber richtig eingestellt und mit entsprechender Schulung, kann jeder Patient mit Diabetes gut und ohne große Einschränkungen leben. Dabei helfen wir.“

Seit 2005 vergibt die DDG diese Zertifizierung für Diabetesbehandlungs-Einrichtungen in Klinik und Praxis. Seit 2010 ist die Klinik für Kinder und Jugendliche des Leopoldina-Krankenhauses eine von derzeit rund 70 für Kinder und Jugendliche zertifizierten Diabeteszentren der DDG. Seit 2007 hat die Einrichtung auch eine Diabetes-Ambulanz, in welcher aktuell 165 Patienten regelmäßig betreut werden. In der Region Nordfranken ist die Klinik für Kinder und Jugendliche derzeit die einzige zertifizierte Einrichtung und betreut daher Patienten aus einem großen Einzugsbereich von etwa 100 km. Jährlich werden etwa 60-80 Patienten stationär in der Klinik betreut. Dort werden neben den Schulungen bei Diagnosestellung auch jährlich 1-2 Schulungswochen für Kinder angeboten, außerdem Schulungen für ErzieherInnen und LehrerInnen, die Schulungen „Fit für die Schule“ und „Fit für die weiterführende Schule“ und Schulungen bei Neuanlage eines CGM-Systems (Gewebezuckersensor). Auch auswärtige Patienten/Familien können an diesen Kursen teilnehmen und/oder in der diabetologischen Ambulanz angebunden werden. Bei Interesse können betroffene Familien über das Sekretariat der Klinik für Kinder und Jugendliche mit dem Diabetes Team Kontakt aufnehmen.

Leo Magazin