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Dem Leid Würde geben

Von links nach rechts: Graziella Augelli-Pöppel (kath. Krankenhausseelsorgerin), Sandra Schuck (von “Ein Herz für kleine Kämpfer“), Karina Wiegler-Schenkel (Stationsleitung Kinderintensivstation), Ramona Hoos (stellvertretende Stationsleitung Station 73/74)

Vertreterin der bundesweit aktiven Initiative „Ein Herz für kleine Kämpfer“ übergibt Selbstge-nähtes und Erinnerungstücke für Frühgeborene und „Sternenkinder“ an das Leopoldina-Krankenhaus.

Ein Kind zu verlieren oder zu wissen, dass sein Leben an einem seidenen Faden hängt, ist wohl eine der schlimmsten Erfahrungen, die man machen kann. Leider trifft es manche Eltern noch ehe das Elternsein richtig begonnen hat. Diese Eltern in ihrer Trauer und Sorge zu unterstützen hat sich die Initiative „Ein Herz für kleine Kämpfer“ auf die Fahne geschrieben.

„Ungefähr alle drei Monate oder immer wenn Bedarf besteht auch früher“, so erzählt Sandra Schuck, die Vertreterin der Initiative, „überbringe ich dem Leopoldina-Krankenhaus die von vielen ehrenamtlichen Händen selbst genähten und gestalteten Sachen.“ Für die Frühchen vor allem Anziehsachen aus weichem anschmiegsamem Jerseystoff, vom Strampler bis zum Body, in verschiedenen Größen. Immer aber schön bunt. Darauf legt die Initiative, die mit gespendeten Stoffen arbeitet, wert. Sie will damit ein wenig Sonnenschein und Fröhlichkeit in das aus den Fugen geratene Leben bringen.

Auch das „Nähwerk“ für die Sternenkinder, also Kindern die vor, während oder bald nach der Geburt verstorben sind, ist farbenfroh. „Diese genähten Spenden sind enorm wichtig für betroffene Eltern“, erklärt Seelsorgerin Graziella Augelli-Pöppel. „Sie leisten „Begegnungshilfe“, würdigen diese Kinder, zeigen den Eltern, dass sie nicht alleine sind und ermöglichen in der kurzen Spanne, die den Familien bleibt, dieser Zwischenzeit, viele würdevolle Erinnerungsbilder zu schaffen. Sie werfen einen Glanz auf den Moment.“ Um diesen Glanz zu schaffen arbeiten am Leopoldina-Krankenhaus alle zusammen, so sind nicht nur die Kinderintensivstation, die gynäkologische Station und die Seelsorge einbezogen sondern natürlich auch der Kreissaal. „Oft stehen die betroffenen Eltern dieser leidvollen Situation unvorbereitet gegenüber“, berichtet die stellvertretende Stationsleitung Ramona Hoos. „Hier werden wir für die Eltern aktiv und bieten Hilfe an.“ Von der rechtzeitig gerufenen Seelsorgerin bis zum Kontakt zu „Sternenfotografen“ oder eben die Würdigung der Sternenkinder durch selbstgenähte Körbchen sogenannten „Sternenbettchen“ (siehe Foto). Diese Sternenbettchen sind bewusst flauschig und weich gehalten und sollen schon rein visuell Geborgenheit vermitteln. Außerdem spendet die Initiative Taufaufleger für Nottaufen und Erinnerungsstücke. „Sehr geschätzt werden“, so Schuck, „die kleinen Schutzengel, liebevoll gestalteten Kerzen und kleine Erinnerungstücke, oft Schmetterlinge, die es doppelt gibt. Da verbleibt dann das eine Teil beim Kind, während die Eltern das andere mitnehmen.“ All das schafft Wärme und Würde im Moment der Willkommen und Abschied zugleich ist.

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