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Schwerpunkte der Chirurgischen Klinik

Wissenswertes über unsere Spezialgebiete

Verschaffen Sie sich einen kurzen Überblick über die Schwerpunkte der Chirurgischen Klinik. Um detailliertere Informationen über ein Gebiet zu erhalten, klicken Sie einfach auf den [ mehr ] - Link unter dem betreffenden Absatz.

Schilddrüsenchirurgie

Krankhafte Veränderungen der Schilddrüse beinhalten gutartige, wie auch bösartige Prozesse. read more

 

Häufig werden Veränderungen der Schilddrüse durch eine erhöhte oder erniedrigte Schilddrüsenhormonproduktion für den Patienten erkennbar. Dies kann sich sowohl in Herzrasen und Blutdruckveränderungen (Überfunktion der Schilddrüse = Hyperthyreose) äußern, als auch in einer Gewichtszunahme (Minderfunktion der Schilddrüse = Hypothyreose). Beim Weg zum Hausarzt wird dann als erstes die Schilddrüse abgetastet und eine Ultraschalluntersuchung veranlasst. Bestehen hier deutliche Veränderungen, wird als zweiter diagnostischer Schritt eine Schilddrüsenszintigraphie durchgeführt. In der Zusammenschau beider Befunde kann die dargestellte Veränderung schon näher eingegrenzt werden. Bisweilen wird dann aus der Veränderung auch noch eine Gewebeprobe entnommen.

 

Bei unklaren Veränderungen ist zumeist eine operative Entfernung sinnvoll. Nur sie kann die Art der Veränderung eindeutig anhand der mikroskopischen Untersuchung des entnommenen Gewebes klären und damit gutartige von bösartigen Veränderungen unterscheiden.

 

Im Rahmen eines solchen operativen Eingriffes werden sämtliche krankhaft veränderten Bezirke der Schilddrüse entfernt. Dieses kann von der Entfernung eines einzelnen Knoten bis zur vollständigen Entfernung der Schilddrüse gehen. Entsprechend muss nach der Operation die Funktionsfähigkeit der belassenen Schilddrüsenanteils mittels Hormonbestimmung im Blut bestimmt und fehlendes Hormon dem Patienten als Tablette zugeführt werden.

 

Schon während der Operation wird das entnommene Gewebe vom Pathologen des Leopoldina-Krankenhauses unter dem Mikroskop beurteilt. Findet sich in dieser sog. Schnellschnitt-Untersuchung eine bösartige Veränderung, kann bereits während der Operation darauf reagiert werden. Es ist dann zumeist die vollständige Entfernung der Schilddrüse und der angrenzenden Lymphknoten notwendig. Bösartige Veränderungen der Schilddrüse gehen zum einen von den hormonproduzierenden Zellen aus (follikuläres oder papilläres Schilddrüsenkarzinom), können aber auch von den Calcitonin produzierenden Zellen (C-Zell-Karzinom) ausgehen. Zusätzlich gibt es auch noch sogenannte undifferenzierte Karzinome.

 

Jede Form des Schilddrüsenkrebses bedarf einer speziellen Behandlung. Entsprechend werden Patienten mit einem bösartigen Schilddrüsenprozess in unserer Interdisziplinären Tumorkonferenz besprochen.

 

Bei Vorliegen eines entsprechenden Befundes ist zumeist nach der Operation eine Radio-Jod-Therapie sinnvoll. Diese wird in Zusammenarbeit mit der Nuklearmedizin der Universitätsklinik Würzburg durchgeführt.

 

Im Rahmen der Operation werden neben der Schilddrüse auch die Nebenschilddrüsen und der Stimmbandnerv dargestellt. Letzteres geschieht im Leopoldina-Krankenhaus durch eine kontinuierliche Vagusmessung. Hierbei wird der Nerv gereizt, von dem der Stimmbandnerv ausgeht. Daher kann zu jedem Zeitpunkt der Operation die Funktion der Stimmbänder genauestens überprüft werden. Bei einer Signalabschwächung kann entsprechend reagiert werden. Diese Art der Stimmbandfunktionskontrolle während der Operation bietet die höchstmögliche Sicherheit für den Stimmbandnerv.

 

Zusammen mit den niedergelassenen Nuklearmedizinern, den Kollegen der Medizinischen Klinik 1 und 2, der Radiologie, der Pathologie und der Allgemeinchirurgie ist daher eine vollumfängliche Behandlung von Schilddrüsenveränderungen im Leopoldina-Krankenhaus suffizient möglich. Die speziellen oben beschriebenen Operationstechniken ermöglichen zudem einen möglichst schonenden operativen Eingriff.

Chirurgie der Speiseröhre

Grundsätzlich lassen sich die Erkrankungen der Speiseröhre wiederum in gutartige und bösartige Veränderungen einteilen. read more

 

Refluxerkrankung

Unter den gutartigen Veränderungen werden im Leopoldina-Krankenhaus vor allen Dingen die chronische Refluxerkrankung der Speiseröhre und der sogenannte Thoraxmagen behandelt. Eine Refluxerkrankung (Sodbrennen) wird durch den Rückfluss von saurem Magensekret in die Speiseröhre verursacht. Je nach Ursache, Zeitdauer und Schwere der Erkrankung kann eine chirurgische Behandlung sinnvoll sein. Diese beinhaltet im Wesentlichen die Verstärkung des Verschlußmechanismusses zwischen Speiseröhre und Magen (Fundoplikatio mit Hiatoplastik) und wird zumeist in Schlüssellochtechnik (minimal-invasiver Therapie) durchgeführt.

 

Zwerchfellburch (Hiatushernie)

Des Weiteren kann ein sogenannter Zwerchfellbruch zu einem „Verrutschen“ von Organen des Bauchraumes in den Oberkörper führen. Dieses beschreiben z.B. die Begriffe Thoraxmagen oder Upside-Down-Magen. Da diese Organe im Oberkörper häufig die Lunge verdrängen, ist es sinnvoll, sie im Rahmen einer Operation wieder zurück in den Bauchraum zu führen und die entsprechende Zwerchfelllücke zu verschließen. Auch diese Operation wird in erster Linie minimal-invasiv durchgeführt.

 

Speiseröhrenkrebs (Ösophaguskarzinom)

Veränderungen in der Speiseröhre führen zumeist zu einer Behinderung beim Schlucken        (= Dysphagie). Dieses Symptom führt schnell zu einer Magenspiegelung (Gastroskopie), sozusagen zu einer Beurteilung „vor Ort“. Aus den dort entnommenen Gewebeproben stellt der Pathologe unter dem Mikroskop die Diagnose.  Die notwendige Behandlung hängt stark von der Infiltration der Veränderung in die Wand der Speiseröhre ab und von evtl. bereits nachweisbaren Tochtergeschwulsten im Körper des Patienten. Informationen hierüber gibt die Endosonographie, die wiederum vom Gastroenterologen durchgeführt wird und die Computertomographie, durchgeführt und beurteilt vom Radiologen. Ist somit das Ausmaß der Erkrankung festgelegt, kann der Therapieplan zusammen mit dem Viszeralchirurgen erstellt werden. Zumeist ist es ratsam, den Krebs vor einer Operation „vorzubehandeln“, d.h. eine Chemotherapie (durch den Onkologen), allein oder in Kombination mit einer Strahlentherapie (durch den Strahlentherapeuten). Erst danach erfolgt die Operation (durch den Viszeralchirurgen) – sofern keine Tochtergeschwulste im Organismus aufgetreten sind, der Tumor also nicht „gestreut“ hat.

 

Diese Aufzählung allein zeigt, wie wichtig die Zusammenarbeit und enge zeitliche Absprache aller an der Therapie beteiligten Spezialisten ist. Somit ist eine lückenlose Betreuung und erfolgreiche Behandlung dieser schweren Erkrankung der Speiseröhre möglich.

 

Die operative Therapie der Speiseröhre beinhaltet zumeist die Entfernung der Speiseröhre und den gleichzeitigen Ersatz derselben durch Magen oder Dünndarm, ggf. auch Dickdarm. Dieser Operation erfordert die operative Eröffnung sowohl des Bauch, als auch im Brustraums. Entsprechende Operationen sind nur durch eine differenzierte anästhesiologische Betreuung möglich. Diese umfasst eine seitengetrennte Belüftung der Lunge während der Operation, aber auch ein differenzierte Schmerztherapie (thorakaler Periduralkatheter) und die lückenlose intensivmedizinische Betreuung nach der Operation. Entsprechende Konzepte wurden in der Zusammenarbeit zwischen der Viszeralchirurgie und der Anästhesie des Leopoldina-Krankenhauses erarbeitet und werden standardisiert bei der Betreuung von Patienten mit Speiseröhrenkrebs eingesetzt.

Chirurgie des Magens

Nachdem die Behandlung von Magengeschwüren inzwischen eine Domäne der medikamentösen Therapie darstellt, werden mit einer Operation am Magen im Wesentlichen bösartige Veränderungen behandelt. read more

Selten führen derartige Veränderungen primär zu Beschwerden. Erst durch eine Magenblutung, wiederholte Übelkeiten oder bei Anzeichen einer Passagestörung wird eine Magenspiegelung initiiert. Auffällige Befunde werden im Rahmen dieser Untersuchung biopsiert und letztlich durch den Pathologen klassifiziert. Handelt es sich bei diesen Veränderungen um einen bösartigen Prozess sind, die nächsten diagnostischen Schritte die Endosonographie und die Computertomographie (CT). Zum einen soll die Eindringtiefe der krankhaften Veränderung in die Magenwand ermittelt werden, zum anderen kann mit der CT-Untersuchung Klarheit darüber geschaffen werden, ob der Krebs „gestreut“, also bereits Tochtergeschwulste (Metastasen) gebildet hat. Alle diese Informationen werden letztendlich in der Interdisziplinären Tumorkonferenz des Leopoldina-Krankenhauses zusammengetragen, in der für jeden Patienten ein individuelles Therapiekonzept erstellt wird.

 

Bei entsprechender Eindringtiefe in die Magenwand und evtl. nachgewiesener vergrößerten Lymphknoten ist zumeist vor der Operation eine Chemotherapie notwendig. Danach erst erfolgt die Operation, sofern keinerlei Metastasen nachgewiesen werden.

 

Die Operation hat die vollständige Entfernung des Tumors und der umgebenen Lymphknoten zum Ziel. Bei einer operativen Teilentfernung des Magens wird der nachfolgende Dünndarm an den verbleibenden Magenrest angeschlossen. Bei einer vollständigen Magenentfernung (Gastrektomie) ersetzt der Dünndarm den Magen. Beide operativen Eingriffe werden natürlich durch die Anästhesiologische Klinik begleitet. Diese Betreuung beinhaltet nicht nur die Narkose bei der Operation, sondern auch die intensivmedizinische Nachbetreuung und eine umfassende Schmerztherapie (thorakaler Periduralkatheter).

 

In der Erholungsphase erfolgt schließlich eine Ernährungsberatung. Das Leben ohne Magen ist wenig vorstellbar, aber bei entsprechender Operation zumeist problemlos möglich. In der ersten Zeit ist allerdings das Einnehmen von vielen kleinen Mahlzeiten (sechsmal am Tag) sinnvoll, um das Körpergewicht zu halten. Hierzu ergeht eine entsprechende Beratung, die ggf. bei der anschließenden Rehabilitation noch einmal vertieft werden kann.

 

Je nach Ausmaß der bösartigen Erkrankung (endgültig festgelegt im Operationspräparat des entfernten Magens und der Lymphknoten) ist auch nach der Operation eine Chemotherapie  - nach einer gewissen Erholungsphase - sinnvoll. Trotz vollständiger Entfernung des Tumors können in den nachfolgenden Jahren noch Tochtergeschwülste auftreten. Daher wird eine regelmäßige Nachsorge (mit Ultraschall-, Blutuntersuchungen und ggf. einer Spiegelung der Speiseröhre und des „Magenersatzes“) für mindestens fünf Jahre empfohlen.

Darmchirurgie

Wir unterteilen die allgemeine Darmchirurige in die Chirurgie des Dickdarms (Kolonchirurgie) und die Chirurgie des Enddarms (Rektumchirurgie). read more

 

Kolonchirurgie

Die chirurgische Behandlung einer krankhaften Veränderung des Darmes beinhaltet die Entfernung sowohl gutartiger als auch bösartiger Veränderungen. Diese werden zumeist im Rahmen einer Darmspiegelung festgestellt und mit einer entsprechenden Gewebeuntersuchung durch den Pathologen belegt. Sogenannte Vorstufen des Darmkrebses, aber auch der Darmkrebs selbst bedürfen einer Operation. Art und Umfang des Eingriffs richtet sich nach dem Ausmaß der gutartigen/bösartigen Veränderung. Eine bösartige Veränderung des Dickdarms muss immer zusammen mit dem umgebenden Lymphknotengewebe entfernt werden. Dieses führt zumeist zur Entfernung eines Drittels des Dickdarms. Je nach Lokalisation im Körper ist diese Operation vollständig oder zum Teil in sog. Schlüssellochtechnik möglich. Dieses richtet sich nach dem Ort der Veränderung im Dickdarm und den individuellen Verhätlnissen des Patienten (z.B. Vorliegen von Voroperationen). Angestrebtes Ziel der Viszeralchirurgie des Leopoldina-Krankenhauses im Rahmen der Darmchirurgie ist allerdings, möglichst vielen Patienten die Vorgehensweise einer minimalinvasiven Operation zu ermöglichen.

 

Sollte der hauseigene Pathologe im Operationspräparat (Darm- und dem Lymphknotenpräparat) eine bösartige Veränderung diagnostizieren und finden sich Absiedlungen davon im Lymphknotengewebe, so ist zumeist eine Chemotherapie sinnvoll. Diese kann sowohl ambulant als auch stationär durchgeführt werden. Die entsprechenden Erkrankungen werden selbstverständlich im Rahmen unserer Interdisziplinären Tumorkonferenz einmal wöchentlich mit den beteiligten Spezialisten besprochen und das individualisierte Therapiekonzept festgelegt.

 

Danach wird in regelmäßigen sog. Nachsorgeuntersuchungen das erreichte Ergebnis fünf Jahre lang kontrolliert. Derart aufwendige Untersuchungen sind bei dem Vorliegen eines gutartigen Prozesses im Darm nicht notwendig. Dennoch sind regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen (Darmspiegelungen) sinnvoll, wenn es einmal zu einer Veränderung der Dickdarmschleimhaut gekommen ist.

 

Rektumchirurgie

Die Chirurgie des Enddarms (Rektum) unterscheidet sich von der Dickdarmchirurgie durch die besondere Beziehung der nachgewiesenen Veränderung zum Schließmuskel.

 

Gutartige Veränderungen

Für Patienten mit gutartigen Veränderungen in den letzten 15 cm des Dickdarms (=Enddarm – u.a. Hämorrhoiden, Fissuren, Fisteln, Polypen) – steht im Leopoldina-Krankenhaus eigens eine einmal wöchentlich stattfindende Proktologische Sprechstunde zur Verfügung. Hier erfolgt die direkte Untersuchung dieses Prozesses (Rektoskopie) und die rektale Endosonographie, in der z.B. der Grad der Schließmuskelbeteiligung nachgewiesen wird. Entsprechend kann eine konservative, d.h. medikamentöse Therapie oder aber eine Operation initiiert werden.

 

Bösartige Veränderungen

Bei den bösartigen Veränderungen am Enddarm handelt es sich zumeist um Enddarmkrebs (Rektumkarzinom). Für die Therapie einer solchen Veränderung ist die Lokalisation im Enddarm entscheidend. Ist der Schließmuskel in die bösartige Veränderung mit einbezogen, ist nahezu immer ein endgültiger künstlicher Darmausgang notwendig. Ist dieses nicht der Fall, können sämtliche Therapiekonzepte ausgeschöpft werden, um letztendlich den Schließmuskel erhalten zu können.

 

Der Ort der Veränderungen im Enddarm wird im Rahmen der Rektoskopie (Spiegelung des Enddarms) und der rektalen Endosonographie nachgewiesen. Im nächsten Schritt ist zu klären, ob und wie weit sich der Krebs im Körper ausgebreitet hat. Hierzu wird eine Computertomographie, ggf. auch eine MRT-Untersuchung durchgeführt. Danach erfolgt im zertifizierten Darmzentrum des Leopoldina-Krankenhauses die Besprechung in der einmal wöchentlich stattfindenden Interdisziplinären Tumorkonferenz. An ihr sind alle Spezialisten beteiligt, die sich mit bösartigen Erkrankungen im Darm oder Enddarm auskennen (Gastroenterologe, Onkologe, Radiologe, Strahlentherapeut, Pathologe und Viszeralchirurg). Je nach Ausmaß der Erkrankung ist eine Vorbehandlung vor der Operation sinnvoll. Diese beinhaltet zumeist eine parallele Chemotherapie und Bestrahlung. Gerade durch diese Vorbehandlung kann der Prozess verkleinert und damit der Abstand zum Schließmuskel vergrößert werden. Auf diese Weise kann eine Operation mit Schließmuskelerhalt möglich werden. Diese Operation wird zumeist im Leopoldina-Krankenhaus in minimalinvasiver Operationstechnik durchgeführt (sog. Schlüssellochtechnik). Hierbei wird der Großteil des Enddarms zusammen mit seinem Lymphknotenpaket entfernt und der verbleibende gesunde Darm wieder mit dem Schließmuskel verbunden (Fachbegriffe: Anteriore oder Tiefe Anteriore Rektumresektion). Bisweilen ist im Rahmen dieser Operation die Anlage eines künstlichen Darmausganges sinnvoll. Dieser künstliche Darmausgang soll die Ausheilung der neuen Nahtverbindung am Schließmuskel sichern und wird zurückverlegt, wenn der Heilungsprozess abgeschlossen ist.

 

Selbstverständlich wird diese Operation wieder durch ein differenziertes Schmerzkonzept unserer Anästhesiologischen Klinik (thorakaler Periduralkatheter oder Patientenkontrollierte Schmerzpumpe = PCA) begleitet.

 

Je nach Ausmaß der vorliegenden bösartigen Erkrankung im endgültigen Operationspräparat (Enddarm + Lymphknoten) wird der weitere Therapieplan festgelegt. Dieser beinhaltet zumeist eine nochmalige Chemotherapie.

 

Das Vorliegen eines fortgeschrittenen Enddarmkrebs bedingt – wie oben dargestellt – die Zusammenarbeit aller Spezialisten in diesem Bereich. Dieses ist im Leopoldina-Krankenhaus durch das Darmzentrum gegeben. Zusätzlich erfolgt einmal jährlich die Begutachtung der Krankheitsverläufe durch einen externen Gutachter. Damit ist ein hoher Qualitätsstandard gesichert.

 

Sollten trotz dieser aufwendigen Behandlung im Zuge der nachfolgenden fünf Jahre Tochtergeschwülste auftreten, so werden diese ebenfalls im Rahmen des Darmzentrums behandelt. Dieses kann einen Intensivierung der Chemotherapie, aber auch die Resektionen von Teilen der Leber und der Lunge zur Folge haben. Entsprechende chirurgische Therapieverfahren werden unter den Unterbegriffen Leberchirurgie und Thoraxchirurgie beschrieben.

Leberchirurgie

Die Leberchirurgie beinhaltet sowohl gutartige als auch bösartige Veränderungen der Leber. read more

 

Gutartige Veränderungen der Leber

  • Leberzysten

Zystische Veränderungen der Leber können verschiedene Ursachen haben. Sie reichen von einer Veranlagung zu flüssigkeitsgefüllten Räumen (=Zysten) bis zu Bandwurmerkrankungen. Anlage-bedingte Zysten bedürfen nur der Behandlung, wenn ihre Größe zur Verdrängung der Nachbarorgane führt. Hier ist zumeist ein Vorgehen in minimal-invasiver Technik (sog. Schlüssellochtechnik) möglich. Auch die zystischen Veränderungen nach einer Bandwurmerkrankung werden zumeist operativ behandelt. Diese müssen aber zuvor durch Medikamente behandelt werden, um die Larven der Wurmerkrankung abzutöten.

  • Blutschwamm oder Hämangiome

Im Rahmen einer Ultraschalluntersuchung lassen sich häufig Blutschwämme in der Leber nachweisen. Zur genaueren Beurteilung ist zumeist eine MRT-Untersuchung oder eine Computertomographie notwendig. Ergibt sich im Rahmen dieser Untersuchung ein typisches Bild für ein Hämangiom, so ist eine operative Behandlung zumeist nicht notwendig. Sollte es aber zu einer rapiden Größenzunahme dieser Veränderung kommen, muss ein operatives Vorgehen diskutiert werden. Ob wiederum ein minimal-invasiver Zugangsweg gewählt werden kann, ist u.a. von der Lage der Veränderung in der Leber abhängig.

 

Bösartige Veränderungen der Leber

Bösartige Prozesse in der Leber beinhalten sowohl Veränderungen, die direkt in der Leber entstanden sind, als auch Tochtergeschwulste von anderen bösartigen Erkrankungen (z.B. Darmkrebs).

 

In beiden Fällen ist die gemeinsame Beurteilung durch Spezialisten (Gastroenterologe, Viszeralchirurg, Radiologe, Strahlentherapeut) sinnvoll. Dieses geschieht im Rahmen der Interdisziplinären Tumorkonferenz. Im Rahmen dieser Konferenz wird das therapeutische Vorgehen festgelegt. Dieses kann eine operative Behandlung beinhalten, z.B. die Entfernung der Hälfte oder eines Teils der Leber (Hemihepatektomie, atypische Leberresektion). Diese operativen Verfahren werden routinemäßig in der Viszeralchirurgie des Leopoldina-Krankenhauses durchgeführt. Sie sind begleitet von einer anästhesiologischen Schmerztherapie auf Intensiv- und Normalstation (z. B. thorakaler Peridualkatheter, Patienten-kontrollierte Schmerzpumpe = PCA).

 

Eine Leberoperation, z. B. die Entfernung der Hälfte der Leber, ist nur sinnvoll, wenn der verbleibende Teil der Leber voll funktionstüchtig ist. Eine ausreichende Leberfunktion ist für den menschlichen Körper unabdingbar. Denn sie kann auch durch intensivmedizinische Bemühungen nicht dauerhaft ersetzt werden. Daher ist die Beurteilung vor der Operation durch den Gastroenterologen und Viszeralchirurgen notwendig, um z.B. eine Vorschädigung der Leber zu erkennen. Bei Funktionseinschränkungen der Leber kann statt der Operation auch ein sog. interventionell-radiologisches Verfahren im Leopoldina-Krankenhaus angeboten werden. Hierbei wird z.B. durch den Radiologen das Gefäß verschlossen, das die bösartige Veränderung „ernährt“ (transarterielle Chemoembolisation = TACE). Ein weiteres Verfahren ist die Radiofrequenzablation (RFA). Hierbei wird durch die direkte Injektion in die Leber der entsprechende bösartige Gewebebezirk zerstört. In ausgewählten Fällen kann durch den Strahlentherapeuten eine stereotaktische Bestrahlung und damit ebenfalls die Zerstörung des bösartigen Lebergewebes erfolgen.

 

Die Fülle der angebotenen Therapiemöglichkeiten bedingt eine interdisziplinäre Abstimmung im Rahmen der Tumorkonferenz, um das jeweils bestmögliche Verfahren dem betroffenen Patienten anbieten zu können.

Chirurgie der Gallenblase und der Gallenwege

Unter der Chirurgie der Gallenwege oder der Gallenblase werden Operationen zusammengefasst, die zum einen die Entfernung einer Gallenblase beinhalten, read more

aber auch den Abfluss der in der Leber produzierten Galle in den Darm sichern. Hinzu kommt die operative Entfernung bösartiger Veränderungen des Gallengangsystems.

 

Gallensteine

Die Gallenflüssigkeit wird in der Leber produziert und über Gallengänge in den Darm ausgeschieden, um dort die Fettverdauung zu unterstützen. In der Gallenblase wird Galle sozusagen auf Vorrat gelagert, um bei entsprechend fettem Essen mehr Gallensäure in den Darm befördern zu können.

 

In der Bevölkerung Westeuropas ist häufig die Zusammensetzung der Galle dahingehend verändert, dass sie leichter zu Ablagerung von Steinen führt, z.B. in der Gallenblase. Dieses allein ist kein Befund, der operiert werden muss. „Wandern“ diese Gallensteine aber über die Gallenblase in die Gallengänge, so kommt es zu einer sogenannten Gallenkolik: Gallensteine verstopfen den Gallengang und der Körper versucht unter massiven Schmerzen die Steine weiter Richtung Darm zu treiben. Gelingt dies nicht, so kann der Gallenstein auch die Gänge der Bauchspeicheldrüse verstopfen. Eine daraus resultierende Entzündung der Gallengänge und der Bauchspeicheldrüse sind sehr ernst zu nehmende, sehr schmerzhafte Erkrankungen, die unbedingt behandelt werden müssen. Zumeist führt diese Erkrankung zur Vorstellung bei einem Gastroenterologen, der über eine modifizierte Magenspiegelung versucht, den Abfluss der Gallengänge und der Bauchspeicheldrüse wieder herzustellen. Dieses wird im Leopoldina-Krankenhaus routinemäßig durch die Medizinische Klinik 2 durchgeführt.

 

Sollte es einmal zum sogenannten „Wandern“ dieser Gallensteine gekommen sein, ist nach der Sicherung des Galleabflusses in den Darm in einem 2. Schritt die Entfernung der Gallenblase anzuraten. Diese Operation wird routinemäßig im Leopoldina-Krankenhaus in minimalinvasiver Technik durchgeführt. Nur bei schwersten Entzündungszuständen der Gallenblase ist bisweilen noch eine operative Entfernung über einen Bauchschnitt notwendig.

 

Bösartige Veränderungen

Ein Aufstau der Gallengänge kann aber ebenso gut durch einen bösartigen Prozess der Bauchspeicheldrüse oder der Gallengänge erfolgen. Das operative Vorgehen bei bösartigen Veränderungen der Bauchspeicheldrüse ist unter der Rubrik Bauchspeicheldrüsenoperation nachzulesen.

 

Sollte der hochgradige Verdacht einer bösartigen Veränderung des Gallengangsystems bestehen, ist eine genaue Lokalisationsdiagnostik notwendig. Diese beinhaltet sowohl die Darstellung der Gallengänge über eine modifizierte Magenspiegelung als auch die Ultraschalluntersuchung (Endosonographie) und die CT- oder MR-Untersuchung. Alle diese Verfahren werden im Leopoldina-Krankenhaus angeboten und können zur entsprechenden Operationsplanung eingesetzt werden. Sollte eine vollständige Entfernung des Tumors möglich sein, wird diese ebenfalls in der Chirurgie durchgeführt. Sie beinhaltet bisweilen eine ausgedehnte Resektion der Gallengänge der dazugehörigen Leber (Gallengangsresektion + Hemihepatektomie).

 

Die entsprechende schmerz- und intensivtherapeutische Betreuung dieses großen operativen Eingriffes wird durch die Anästhesiologische Klinik des Leopoldina-Krankenhauses übernommen.

Chirurgie der Bauchspeicheldrüse

Aufgabe einer gesunden Bauchspeicheldrüse ist die Produktion von Verdauungssekreten (u.a. für die Fettverdauung), gleichzeitig, aber auch die Hormonproduktion read more

(z.B. Insulin zur Regulierung des Zuckerhaushalts, Stichwort: Diabetes mellitus). Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse werden aber erst sehr spät durch entsprechende „Fehlfunktionen“ deutlich. Das Organ selbst liegt tief im menschlichen Körper, von Fettgewebe umgeben, ist daher bei Ultraschalluntersuchungen schwer zu erkennen. Veränderungen werden daher spät diagnostiziert. Beschwerden der Bauchspeicheldrüse sind schwierig zuzuordnen. Sie reichen von dumpfen Oberbauchbeschwerden bis zu einem hellen gürtelförmigem Schmerz. Aber auch eine sogenannte Gelbsucht kann, ohne dass sie Schmerzen verursacht, durch eine Erkrankung der Bauchspeicheldrüse verursacht sein. Es bedarf daher einer differenzierten Diagnostik, um die Ursache der Beschwerden, um die Art der Bauchspeicheldrüsenerkrankung zu diagnostizieren und um einen entsprechenden Therapieplan zu erstellen.

 

Im Wesentlichen gilt es dabei, die Bauchspeicheldrüsenentzündung (= Pankreatitis) von dem Bauchspeicheldrüsenkrebs (=Pankreaskarzinom) zu unterschieden.

 

Pankreatitis

Die Pankreatitis ist eine entzündliche Erkrankung der Bauchspeicheldrüse. Sie betrifft ca. 10 von 100.000 Menschen pro Jahr. Häufige Ursachen sind z. B. Gallensteine, aber auch der regelmäßige Alkoholkonsum. Dabei kommt es im Zuge der Erkrankung zu einem sukzessiven Funktionsverlust der Bauchspeicheldrüse: d.h. zu häufigem Stuhlgang infolge der fehlenden Fettverdauung oder zu einer Zuckererkrankung (Diabetes mellitus) infolge der mangelnden Insulinproduktion.

 

Folgezustände können größere Flüssigkeitsansammlungen um die Bauchspeicheldrüse herum sein, aber auch eine Gelbsucht infolge des Aufstaus der Gallengänge, die durch die Bauchspeicheldrüse verlaufen. Schwere Krankheitsverläufe mit mehreren Rückfällen (Rezidiven) führen in 50% der Fälle zu einer Operation an der Bauchspeicheldrüse.

 

Pankreaskarzinom

Das Auftreten eines Pankreaskarzinoms nimmt in der Weltbevölkerung kontinuierlich zu. Inzwischen steht es bei den durch Krebs verursachten Todesfällen an vierter/fünfter Stelle. Trotz des Einsatzes moderner Medizin hat das Pankreaskarzinom eine schlechte Prognose. Umso wichtiger ist daher eine ausführliche Diagnostik.

 

Eine probate Screening-Untersuchung hierfür ist der Ultraschall. Sollten hierbei Auffälligkeiten in der Bauchspeicheldrüse bestehen, ist eine CT- oder MRT-Untersuchung sinnvoll. Die genaueste Möglichkeit, entsprechende Veränderungen einschätzen zu können, ist aber ein Ultraschall über eine modifizierte Magenspiegelung, die sog. Endosonographie. Mit dieser Methode können die Veränderungen der Bauchspeicheldrüse im Zusammenhang mit ihrem Gangsystem dargestellt werden. Dieses gibt Aufschluss auf die Art der pathologischen Veränderung. Bei dem Verdacht auf eine bösartige Erkrankung muss ein differenzierter Therapieplan erstellt werden. Hierzu sind Screeninguntersuchungen des ganzes Körpers (Computertomographie des Thorax- und Abdomens) notwendig.

 

Besteht in dem vorhandenen Stadium die Möglichkeit, diese bösartige Veränderung vollständig aus dem Körper zu entfernen, ist die Operation der sinnvolle Weg. Diese beinhaltet die vollständige Entfernung des auffälligen Befundes zusammen mit den angrenzenden Lymphknoten. Entsprechende hierfür notwendige Operationen sind:

  1. Pyloruserhaltende Pankreaskopfresektion: Entfernung des Bauchspeicheldrüsenkopfes zusammen mit dem Zwölffingerdarm und den angrenzenden Gallengängen, ggf. der angrenzenden Gefäßen und Rekonstruktion derselben.
  2. Whipple´sche Operation: Ergänzung der unter Punkt 1 erwähnten Operation mit einer Magenteilresektion.
  3. Pankreaslinksresektion + Splenektomie: Entfernung des Pankreasschwanzes zusammen mit den daran angrenzenden Lymphknoten und der Milz.
  4. Pankreatektomie: Vollständige Entfernung der Bauchspeicheldrüse zusammen mit Zwölffingerdarm, angrenzenden Gallengängen und der Milz.

Die Vollständigkeit der Tumorentfernung wird während der Operation durch eine sogenannte Schnellschnittdiagnostik bestätigt. Dabei wird Gewebe der angrenzenden Schnittstellen durch den Pathologen des Leopoldina-Krankenhauses direkt unter dem Mikroskop untersucht, um die Vollständigkeit der Entfernung gewährleisten zu können.

 

Nach Erholung von diesem operativen Eingriff ist zumeist eine Chemotherapie sinnvoll.

 

Allein aus dieser Beschreibung eines typischen Behandlungsverlaufs wird deutlich, wie wichtig die Absprache aller Spezialisten untereinander ist, die an der Therapie einer Bauchspeicheldrüsenerkrankung beteiligt sind. Im Leopoldina-Krankenhaus treffen diese sich einmal wöchentlich in der Tumorkonferenz. Gastroenterologen, Onkologen, Chirurgen, Radiologen, Strahlentherapeuten und Pathologen erstellen hier einen individuellen Therapieplan. Um einen möglichst reibungslosen Ablauf dieser Therapieentscheidungen zu gewährleisten, hat sich das Leopoldina-Krankenhaus im Februar 2011 zur Gründung eines Pankreaskarzinomzentrums entschieden. Externe Gutachter kontrollieren einmal jährlich die Qualität der Entscheidungen, aber auch den Erfolg der Therapie. Damit wird ein hoher Standard in der Therapie des Pankreaskarzinoms gesichert.

Hernienchirurgie

Mit dem Begriff einer Hernie (=Bruch) wird der Austritt von Eingeweiden aus der Bauchhöhle durch eine Lücke in die Bauchwand beschrieben. read more

Dieser Defekt kann angeboren sein oder entwickelt sich im Laufe des Lebens.

 

Hierzu gehören der:

  • Leistenbruch (=Leistenhernie)
  • Femoralbruch (= Femoralhernie)
  • Nabelbruch (=Nabelhernie)
  • Narbenbruch (=Narbenhernie)
  • Zwerchfellbruch (= Hiatushernie).

Grundsätzlich können Baucheingeweide in all diesen Bauchwanddefekten „einklemmen“. Ist dies schmerzhaft und lassen sich die Gewebeanteile nicht wieder zurückdrängen, muss eine notfallmäßige zeitnahe Vorstellung (=innerhalb von 6 Stunden) beim niedergelassenen Arzt oder im Krankenhaus erfolgen! Aber auch ohne Einklemmung verschließen sich diese Defekte nicht wieder von allein. Nehmen sie an Größe zu oder führen sie auch nur gelegentlich zu Beschwerden, ist ein operativer Verschluss des Defektes sinnvoll.

 

Leistenbruch

Die Operation eines Leistenbruches ist eine der häufigsten Operationen in der Allgemeinchirurgie. Die Methodik der Operation hat sich in den letzten Jahren deutlich gewandelt.

 

Bei einem Leistenbruch tritt Inhalt des Bauchraums in den sogenannten Leistenkanal. Dieser Leistenkanal wurde entstehungsgeschichtlich im Mutterleib angelegt. Beim Mann wandert hier der Hoden aus dem Bauchraum in den Hodensack. Bei der Frau ist im Leistenkanal ein Band der Gebärmutter enthalten. Dieser Leistenkanal stellt eine „Schwachstelle“ in der Bauchdecke dar. Anlagebedingt oder durch schweres Pressen oder Tragen von schweren Gegenständen kann dieser Bauchwanddefekt als Leistenbruch deutlich werden. Ziel einer Operation ist also sowohl das Gewebe, das aus dem Bauchraum hervorgetreten ist, zurückzudrängen, gleichzeitig aber auch den Defekt zu verschließen. Dieses kann sowohl durch eine sogenannte offene Operation, also einen Hautschnitt, aber auch durch eine minimalinvasive Operation im Sinne einer Schlüssellochtechnik durchgeführt werden. Dabei kann der Defekt durch eine Naht, besser aber zusätzlich durch ein Kunststoffnetz verschlossen werden. In den letzten Jahren stellte sich immer deutlicher heraus, dass die Operation in Schlüssellochtechnik mit der Verwendung eines Netzes das bessere Verfahren für die Behandlung eines Leistenbruches darstellt. Dieser Zugangsweg kann aber nur gewählt werden, wenn keine zusätzlichen Veränderungen im Bauchraum bestehen.

 

Komplikationen eines solchen Verfahrens sind die Verletzung von Gefäßen, die den Hoden versorgen, genauso wie eine Verletzung des Samenstranges, der den Samen aus dem Hoden in den Penis transportiert. Diese schweren Komplikationen gilt es im Rahmen einer routinierten Operation zu vermeiden. Gleichzeitig soll aber der Defekt möglichst eng verschlossen werden, um einen Rückfall, d.h. ein erneutes Austreten von Eingeweiden in den Leistenkanal zu verhindern. Zudem verlaufen im Leistenkanal Nerven, die z.T. zu einem chronischen Leistenschmerz auch Jahre nach der Operation führen können. Die Problematik des chronischen Leistenschmerzes scheint nach einer Operation in minimalinvasiver Technik deutlich geringer zu sein. Auch deshalb wird dieses Verfahren inzwischen von den meisten Allgemeinchirurgen präferiert.

 

Die Operation wird entweder ambulant oder im stationären Rahmen durchgeführt. Nach der Operation ist es je nach Verfahren sinnvoll, 2 bis 4 Wochen lang schweres Heben und Tragen sowie schwere körperliche Aktivitäten zu vermeiden.

 

Femoralhernie

Zumeist bei Frauen kann statt einem Leistenbruch ein Femoralbruch entstehen. Hierbei ist der entsprechende Defekt ebenfalls in der Leiste, aber die Beschwerden werden nicht entlang des Leistenkanals, also in die Genitale ziehend beschrieben, sondern in den Oberschenkel hinein. Im Rahmen einer Sonographie kann zumeist dieser Bruch dargestellt werden. Er wird ebenfalls in einem minimal-invasiven Verfahren mittels Netz verschlossen.

Nach der Operation ist eine körperliche Schonung von 2 Wochen einzuhalten.

 

Nabelhernie

Im Bereich des Bauchnabels findet sich häufig ein kleiner Defekt, der gut zu tasten ist. Je nach Größe können dort sowohl Fettgewebe, aber auch Darmschlingen eintreten. Sollte es an diesem Bauchnabeldefekt zu dauerhaften Schmerzen kommen, ist eine ärztliche Vorstellung unabdingbar. Innerhalb von 6 Stunden muss das „eingeklemmte“ Gewebe wieder in den Bauchraum zurückgedrängt werden. Dieses geschieht zumeist im Rahmen einer Operation. Hier wird auch die Durchblutung des aus dem Bauchraum getretenen Gewebes beurteilt und dies gegebenenfalls entfernt. Je nach Größe des Defektes ist die Versorgung mit einer direkten Naht oder aber durch eine Netzplastik sinnvoll.

 

Narbenhernie

Im Rahmen einer Operation im Bauchraum kann es zu einer Wundheilungsstörung der Narbe kommen. Dieses wird bisweilen nicht sofort nach der Operation deutlich. Nach einigen Wochen und Monaten, z.T. nach einem Jahr, findet sich aber eine Vorwölbung im Bereich der ursprünglichen Zugangsnarbe. Diese Vorwölbung ist im entspannten Zustand fast nicht nachweisbar, im Stehen oder bei körperlicher Anstrengung wird sie aber deutlich. Hierbei handelt es sich ebenfalls um einen Bauchdeckendefekt. Bei körperlicher Anstrengung werden Baucheingeweide in diesen Defekt hineingedrängt (z.B. Fettgewebe, Darmschlingen). Lassen diese sich nicht wieder zurückdrängen, ist eine operative Versorgung notwendig. Hier ist zumeist eine aufwändige Rekonstruktion der gesamten Bauchdecke unter Zuhilfenahme eines Kunststoffnetzes empfehlenswert (sog. Sublay-Verfahren).

 

Zwerchfellhernie

Die sogenannte Zwerchfell- oder Hiatushernie stellt einen Defekt innerhalb des Zwerchfells dar, durch den Gewebe des Bauchraums in den Brustraum eintritt. Hierbei handelt es sich zumeist um Anteile des Magens. Die entsprechenden operativen Verfahren beinhalten ebenfalls eine operative Defektdeckung in sog. Schlüssellochtechnik (sog. Hiatoplastik) und werden unter dem Oberbegriff der Speiseröhrenchirurgie beschrieben.

Thoraxchirurgie

Die Thoraxchirurgie ist ein weiteres Fachgebiet der Chirurgie und umfasst chirugische Eingriffe im Brustkorbbereich. read more

 

Lungenmetastasen

Im Rahmen der Operationen im Brustraum (Thoraxchirurgie) werden im Leopoldina-Krankenhaus vor allem Tochtergeschwülste (Metastasen z. B. des Darmkrebs) in der Lunge oder aber unklarer Raumforderungen der Lunge entfernt. Diese Eingriffe werden in sogenannter minimal-invasiver Technik als VATS (=Video Assisted Thoracic Surgery) oder als offener Eingriff (= Thorakotomie) durchgeführt.

 

Pleuraempyem

Sofern Veränderungen im Brustraum zu einer ausgedehnten Entzündung des Brustkorbes (Pleuraempyem) geführt haben, werden diese ebenfalls im Rahmen eines thoraxchirurgischen Eingriffs im Leopoldina-Krankenhaus behandelt.

 

Spontanpneumothorax

Zumeist bei jungen Männern führt häufig ein Sturz zu einem plötzlichen Schmerz im Brustraum verbunden mit Atemnot. Aber auch ohne äußeres Zutun können typischer Weise bei schlanken hoch gewachsenen Männern Lungenbläschen platzen. Da normalerweise die Lunge einen Unterdruck im Brustkorb braucht, um sich vollständig zu entfalten, führt das Platzen einer solchen Luftblase zum vollständigen Kollaps der entsprechenden Lungenhälfte. Dieses ist schmerzhaft und führt zu Luftnot. Eine sofortige Vorstellung im Krankenhaus ist sinnvoll und notwendig, um den Unterdruck im Brustkorb wieder herzustellen. Dieses gelingt zumeist durch die Anlage einer Unterdruck-Drainage (Bülau-Drainage). Bei entsprechendem Nachweis mehrerer vergrößerter Lungenbläschen kann die Entfernung dieses Areals der Lunge durch eine Operation (Apexspitzenresektion) sinnvoll sein. Dieses geschieht ebenfalls in minimal-invasiver Technik (thorakoskopisch).

Schlüssellochchirurgie

In zunehmendem Maße wurden in den letzten Jahren Veränderungen an Dünn- und Dickdarm mittels laparoskopischer Operationstechnik (Stichwort: Schlüssellochchirurgie, Minimalinvasive Chirurgie) versorgt.  read more

Diese Vorgehensweise ist ein wichtiger Bestandteil der Kolorektalen Chirurgie innerhalb der Chirurgischen Klinik des Leopoldina-Krankenhauses. Die „kleineren Schnitte“ bei der Operation ermöglichen häufig eine deutlich schnellere Erholung danach. Die Chirurgische Klinik  bietet diese Form der Operation für Eingriffe an der Gallenblase, dem Leistenbruch und bei der Entfernung von Teilen des Darmes an. Hier werden mit der Schlüssellochtechnik sowohl gutartige Erkrankungen des Darmes (z. B. Divertikelerkrankung) als auch bösartige Erkrankungen (wie Darmkrebs) therapiert. 

Diese Therapie wird bei größeren operativen Eingriffen in Kooperation mit der Anästhesiologischen Klinik durch die Lage eines Peridualkatheters (spezielle Form der Rückenmarksanästhesie) unterstützt. Beide Vorgehensweisen, die Schlüssellochchirurgie und die Periduralanästhesie, ermöglichen eine schnellere Erholung  nach der Operation.

Proktologie

Innerhalb der krankhaften Veränderungen an Dünn- und Dickdarm stellt die Proktologie (Behandlung von Veränderungen am Enddarm und im Analkanal) ein Spezialgebiet dar.  read more

Die chirurgische Betreuung von Patienten mit proktologischen Erkrankungen macht einen weiteren Schwerpunkt der Chirurgischen Klinik aus. Sie reicht von der einfachen Hämorrhoiden-Behandlung über die mikrochirurgische Entfernung von Schleimhautgeschwulsten im After (TEM/TEO) bis zur komplizierten Fisteltherapie. Ist eine weiterführende endoskopische Diagnostik (Darmspiegelung) notwendig, so erfolgt diese in Absprache mit der Medizinischen Klinik 2.

 

Stuhlinkontinenz

Innerhalb der Proktologie gilt die Behandlung der Stuhlinkontinenz als besondere Herausforderung, da diese Beschwerden meist nicht allein den Darm, sondern auch die Blase und die Gebärmutter betreffen, also den gesamten sogenannten „Beckenboden“.  read more

Daher sprechen sich die Kollegen der Chirurgischen Klinik bezüglich der notwendigen Behandlung mit den Spezialisten der Urologischen und der Gynäkologischen Klinik des Leopoldina-Krankenhauses ab.

 

Gefäßchirurgie

Innerhalb der Gefäßchirurgie deckt die Chirurgische Klinik das gesamte Spektrum der peripheren Gefäßchirurgie ab.  read more

Hierzu gehören Eingriffe an der Halsschlagader genauso wie die Therapie eines Bauchaortenaneurysmas oder die Implantation eines peripheren Bypasses im Bein, seltener im Arm eines Patienten. In Zusammenarbeit mit der Medizinischen Klinik 1 (Kardiologie) der Neurologie („Stroke Unit“) und der Radiologie wird z. B. die Verengung innerhalb der Halsschlagader diagnostiziert und je nach Art und Form der Veränderung operiert oder mit einem Stent behandelt. Für dialysepflichtige Patienten bieten wir die Shunt-Anlage (Kurzschluss von Vene und Arterie am Arm) zur „Blutwäsche“ an.

 

Kinderchirurgie

In der Kinderchirurgie werden von der Chirurgischen Klinik alle Routineverfahren (Magenausgangsstenosen, Leistenbrüche, Blinddarmentfernungen etc.) durchgeführt.  read more

Für Operationen in laparoskopischer Technik (Schlüssellochchirurgie) steht ein besonders feines, auf das Kindesalter adaptiertes Instrumentarium im LEO zur Verfügung. Die kleinen Patienten der Chirurgischen Klinik werden hierbei gemeinsam mit der Pädiatrie im LEO betreut. Das bestehende Perinatalzentrum wird für spezielle kinderchirurgische Eingriffe durch eine externe Kinderchirurgie unterstützt.